Glossar – Hundegesundheit und -pflege

A

Analdrüsenentzündung

Eine Analdrüsenentzündung tritt auf, wenn die Analdrüsen des Hundes verstopfen oder sich entzünden. Dies kann zu Schmerzen, Juckreiz am Anus und Schwierigkeiten beim Kotabsatz führen. Oft reibt der Hund seinen Po über den Boden – das sogenannte ‚Schlittenfahren‘. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Entleerung durch einen Tierarzt kann vorbeugend wirken, manchmal sind aber auch Antibiotika oder sogar eine Operation nötig. Manchmal ist die Ursache eine falsche Ernährung, die zu weichen Kot führt.

Analdrüsen

Die Analdrüsen sind zwei kleine Drüsen, die sich beidseitig des Anus des Hundes befinden. Sie produzieren ein stark riechendes Sekret, das normalerweise beim Kotabsatz entleert wird und zur Reviermarkierung dient. Wenn dieses Sekret nicht richtig abfließt, kann es zu Verstopfungen und Entzündungen kommen, was eine Analdrüsenentzündung auslösen kann. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Problemen vorzubeugen.

Anthelminthikum

Ein Anthelminthikum ist ein Medikament, das zur Behandlung von Wurmbefall bei Hunden eingesetzt wird. Es wirkt gegen verschiedene Arten von Würmern, wie Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer. Die Auswahl des richtigen Präparats hängt von der Art des Wurms und dem Gesundheitszustand des Hundes ab. Regelmäßige Entwurmungen sind wichtig, um die Gesundheit des Tieres zu erhalten und eine Übertragung auf den Menschen zu verhindern. Eine genaue Dosierung ist entscheidend, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Arthrose

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch den Verschleiß des Gelenkknorpels gekennzeichnet ist. Bei Hunden führt dies zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit, besonders nach Ruhephasen oder bei kaltem Wetter. Es gibt keine Heilung, aber die Symptome lassen sich mit Medikamenten, Physiotherapie und angepasster Ernährung lindern. Übergewicht verschlimmert die Situation oft erheblich. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die Lebensqualität des Hundes deutlich verbessern.

B

Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung, auch Konjunktivitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimhaut, die das Auge und die Innenseite der Augenlider bedeckt. Symptome sind Rötung, Schwellung, Ausfluss – eitrig oder wässrig – und Juckreiz. Ursachen können Allergien, Bakterien, Viren oder Fremdkörper sein. Eine tierärztliche Untersuchung ist wichtig, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine passende Behandlung, oft mit Augentropfen oder Salben, einzuleiten. Unbehandelt kann es zu chronischen Problemen kommen.

C

Canines Staupevirus

Das Canine Staupevirus ist ein hoch ansteckendes Virus, das Hunde und andere Fleischfresser befällt. Es verursacht die Staupe, eine schwere Krankheit, die verschiedene Organsysteme angreift: Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Nervensystem. Symptome reichen von Fieber und Husten bis zu neurologischen Ausfällen. Die Sterblichkeitsrate ist hoch, besonders bei Welpen. Eine Impfung ist der beste Schutz und gehört zu den Core-Impfungen. Übertragung erfolgt meist über direkten Kontakt mit infizierten Tieren.

D

Dermatitis

Dermatitis ist ein allgemeiner Begriff für eine Entzündung der Haut. Bei Hunden kann sie verschiedene Ursachen haben, darunter Allergien – wie bei der Kontaktdermatitis –, Parasiten, bakterielle oder Pilzinfektionen. Symptome sind Rötung, Juckreiz, Schuppenbildung, Haarausfall und manchmal auch nässende Stellen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann topische Cremes, Medikamente oder eine Ernährungsumstellung umfassen. Eine genaue Diagnose ist für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich.

Diarrhö

Diarrhö, umgangssprachlich Durchfall, ist ein häufiges Symptom bei Hunden, das durch weichen, wässrigen oder häufigen Kotabsatz gekennzeichnet ist. Ursachen können vielfältig sein: Futterunverträglichkeiten, Infektionen – bakteriell oder viral –, Parasiten, Stress oder ernstere Erkrankungen wie eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Bei länger anhaltendem Durchfall, Blut im Kot oder Anzeichen von Dehydration sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Eine Schonkost kann oft helfen, aber die Ursache muss geklärt werden.

Distemper

Distemper ist der englische Begriff für Staupe, eine schwere, hoch ansteckende Viruserkrankung bei Hunden, verursacht durch das Canine Staupevirus. Sie betrifft Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem. Symptome sind Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall und neurologische Ausfälle. Die Krankheit ist oft tödlich, besonders bei Welpen. Eine Impfung ist der effektivste Schutz. Der Name leitet sich vom altenglischen Wort für ’schlechte Laune‘ ab, was die Schwere der Krankheit andeutet.

E

Ekzem

Ein Ekzem ist eine entzündliche Hautveränderung, die bei Hunden oft mit starkem Juckreiz einhergeht. Es kann sich als Rötung, Schuppung, Krustenbildung oder nässende Stellen äußern. Ursachen sind vielfältig: Allergien, Parasiten, Pilzinfektionen oder auch mechanische Reizungen. Ein bekanntes Beispiel ist der Hot Spot, eine akute, nässende Dermatitis. Die Behandlung zielt darauf ab, die Ursache zu beseitigen und die Symptome zu lindern, oft mit topischen Präparaten oder systemischen Medikamenten.

Endoparasiten

Endoparasiten sind Parasiten, die im Inneren des Hundekörpers leben, meist im Darm, aber auch in anderen Organen wie Lunge oder Herz. Die bekanntesten Endoparasiten sind Würmer – Spul-, Haken-, Bandwürmer – und Einzeller wie Giardien. Sie können Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Blutarmut und andere gesundheitliche Probleme verursachen. Eine regelmäßige Entwurmung mit einem Anthelminthikum und Kotuntersuchungen sind wichtig, um einen Befall zu kontrollieren und zu verhindern. Hygiene spielt ebenfalls eine große Rolle.

Exokrine Pankreasinsuffizienz

Die Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) ist eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Verdauungsenzyme produziert. Dies führt dazu, dass der Hund Futter nicht richtig verdauen und Nährstoffe aufnehmen kann. Typische Symptome sind chronischer Durchfall, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit und ein stumpfes Fell. Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest. Die Behandlung besteht in der lebenslangen Zugabe von Verdauungsenzymen zum Futter. Ohne Behandlung magert der Hund stark ab.

Exoparasiten

Exoparasiten sind Parasiten, die auf der Haut oder im Fell des Hundes leben. Dazu gehören Flöhe, Zecken, Milben und Läuse. Sie können Juckreiz, Hautreizungen, Allergien und die Übertragung von Krankheiten verursachen. Zecken sind beispielsweise Überträger von Borreliose und Babesiose. Eine regelmäßige Prophylaxe mit geeigneten Präparaten ist wichtig, um einen Befall zu verhindern und die Gesundheit des Hundes zu schützen. Auch die Umgebung sollte behandelt werden.

F

Fellwechsel

Der Fellwechsel ist ein natürlicher Prozess, bei dem Hunde ihr altes Fell abwerfen und neues entwickeln. Dies geschieht in der Regel zweimal im Jahr – im Frühjahr, um das Winterfell durch ein leichteres Sommerfell zu ersetzen, und im Herbst, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Während des Fellwechsels ist eine intensive Fellpflege, wie regelmäßiges Bürsten, besonders wichtig, um lose Haare zu entfernen und Hautproblemen vorzubeugen. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt diesen Prozess.

G

Gastritis

Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Bei Hunden äußert sie sich oft durch Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und manchmal auch Durchfall. Ursachen können vielfältig sein: verdorbenes Futter, Fremdkörper, Medikamente, Stress oder Infektionen. Eine akute Gastritis ist meist harmlos und klingt mit Schonkost ab, aber eine chronische Form erfordert eine genaue Diagnose und Behandlung durch den Tierarzt. Es ist wichtig, auf Anzeichen von Dehydration zu achten.

Giardien

Giardien sind mikroskopisch kleine Endoparasiten, genauer gesagt Einzeller, die den Dünndarm von Hunden – und auch Menschen – befallen können. Sie verursachen oft chronischen oder wiederkehrenden Durchfall, der schleimig und manchmal blutig sein kann. Welpen und immungeschwächte Tiere sind besonders anfällig. Die Diagnose erfolgt durch eine Kotuntersuchung. Die Behandlung erfordert spezielle Medikamente und strenge Hygienemaßnahmen, da die Zysten sehr widerstandsfähig sind und eine Reinfektion leicht möglich ist.

H

Harnwegsinfektion

Eine Harnwegsinfektion (HWI) ist eine bakterielle Entzündung der Harnwege, die Blase, Harnleiter oder Nieren betreffen kann. Symptome bei Hunden sind häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen – der Hund jammert oder presst –, Blut im Urin und manchmal auch Inkontinenz. Weibliche Hunde sind aufgrund ihrer Anatomie anfälliger. Eine Urinuntersuchung ist für die Diagnose entscheidend. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Unbehandelt kann eine HWI zu ernsteren Nierenproblemen führen.

Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die bei Hunden, insbesondere bei größeren Rassen, auftritt. Dabei passen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne nicht richtig zusammen, was zu Arthrose und Schmerzen führt. Symptome sind Lahmheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen und eine eingeschränkte Bewegungsfreude. Die Diagnose erfolgt durch Röntgenaufnahmen. Behandlungsmöglichkeiten reichen von Schmerzmitteln und Physiotherapie bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Züchter achten auf HD-freie Elterntiere.

I

Impfung

Eine Impfung ist eine präventive Maßnahme, um Hunde vor bestimmten Infektionskrankheiten zu schützen. Dabei wird dem Tier ein abgeschwächter oder inaktivierter Erreger oder Teile davon ver verabreicht, um das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anzuregen. Es gibt Core-Impfungen, die für alle Hunde empfohlen werden – zum Beispiel gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose – und Non-Core-Impfungen, die je nach Lebensumständen des Hundes sinnvoll sind, wie die Borreliose-Impfung. Regelmäßige Auffrischungen sind wichtig für einen dauerhaften Schutz.

Inkontinenz

Inkontinenz bedeutet, dass ein Hund unfreiwillig Urin verliert. Dies kann verschiedene Ursachen haben: altersbedingte Muskelschwäche, Hormonmangel – oft bei kastrierten Hündinnen –, neurologische Probleme, Harnwegsinfektionen oder angeborene Fehlbildungen. Es ist wichtig, die genaue Ursache tierärztlich abklären zu lassen, da die Behandlung je nach Diagnose variiert. Medikamente, Hormontherapien oder in seltenen Fällen Operationen können helfen. Eine gute Hygiene ist wichtig, um Hautreizungen zu vermeiden.

K

Kastration

Die Kastration ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Keimdrüsen – Hoden beim Rüden, Eierstöcke bei der Hündin – entfernt werden. Beim Rüden wird die Produktion von Testosteron, bei der Hündin von Östrogen und Progesteron unterbunden. Gründe für eine Kastration können die Verhinderung ungewollter Trächtigkeiten, die Reduzierung von Sexualtrieb und Aggressionen oder die Behandlung bestimmter Krankheiten sein, wie Mammatumoren bei Hündinnen. Es gibt auch chemische Alternativen, die reversibel sind.

Katarakt

Der Katarakt, auch Grauer Star genannt, ist eine Trübung der Augenlinse, die zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens führt. Bei Hunden kann er angeboren sein, altersbedingt auftreten oder durch Krankheiten wie Diabetes oder Verletzungen verursacht werden. Das Auge erscheint milchig-weißlich. Unbehandelt kann ein Katarakt zur vollständigen Erblindung führen. Eine chirurgische Entfernung der getrübten Linse ist die einzige wirksame Behandlung, um das Sehvermögen wiederherzustellen. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig.

L

Leishmaniose

Leishmaniose ist eine parasitäre Krankheit, die durch Sandmücken übertragen wird und vor allem in mediterranen Ländern verbreitet ist. Der Erreger, ein Einzeller, befällt das Immunsystem des Hundes. Symptome sind vielfältig und können Hautveränderungen, Gewichtsverlust, Lahmheit, Nierenprobleme und Nasenbluten umfassen. Die Krankheit ist chronisch und oft schwer zu behandeln, eine vollständige Heilung ist selten. Eine Prophylaxe mit speziellen Halsbändern oder Spot-ons ist in Risikogebieten unerlässlich. Eine Impfung ist verfügbar.

Leptospirose

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Leptospiren verursacht wird. Sie wird oft über den Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Urin infizierter Wildtiere – besonders Nagetiere – übertragen. Die Bakterien befallen Leber und Nieren und können zu schwerwiegenden Organschäden führen. Symptome sind Fieber, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gelbsucht und Nierenversagen. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar. Eine Impfung ist dringend empfohlen, besonders für Hunde, die viel draußen unterwegs sind. Antibiotika helfen bei frühzeitiger Behandlung.

M

Magen-Darm-Entzündung

Eine Magen-Darm-Entzündung, auch Gastroenteritis genannt, ist eine Entzündung der Schleimhaut von Magen und Darm. Sie äußert sich typischerweise durch Erbrechen und Diarrhö. Ursachen sind vielfältig: verdorbenes Futter, Futterumstellung, Stress, Infektionen – viral oder bakteriell –, Parasiten oder Fremdkörper. Meist ist sie selbstlimitierend und klingt mit Schonkost ab. Bei anhaltenden Symptomen, Blut im Kot oder Anzeichen von Dehydration ist ein Tierarztbesuch unerlässlich, um ernstere Ursachen auszuschließen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Milben

Milben sind winzige Exoparasiten, die auf oder in der Haut von Hunden leben und starken Juckreiz, Haarausfall und Hautentzündungen verursachen können. Es gibt verschiedene Arten, wie Grabmilben (Sarcoptes), Ohrmilben (Otodectes) oder Haarbalgmilben (Demodex). Jede Art verursacht spezifische Symptome und erfordert eine angepasste Behandlung. Die Diagnose erfolgt oft durch Hautgeschabsel. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um eine Ausbreitung und chronische Hautprobleme zu verhindern. Manche Milben sind auch auf den Menschen übertragbar.

N

Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz ist eine Erkrankung, bei der die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen können. Dies führt zur Ansammlung von Giftstoffen im Körper. Sie kann akut oder chronisch auftreten. Chronische Niereninsuffizienz ist oft altersbedingt und schleichend. Symptome sind erhöhter Durst und Harnabsatz, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Erbrechen. Eine Heilung ist meist nicht möglich, aber eine spezielle Diät und Medikamente können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind wichtig.

O

Ohrenentzündung

Eine Ohrenentzündung, auch Otitis externa genannt, ist eine häufige Erkrankung bei Hunden, die den äußeren Gehörgang betrifft. Symptome sind Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Rötung, Schwellung, übler Geruch und Ausfluss aus dem Ohr. Ursachen können Bakterien, Hefepilze, Milben, Allergien oder Fremdkörper sein. Eine tierärztliche Untersuchung ist wichtig, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine passende Behandlung mit Ohrentropfen oder Medikamenten einzuleiten. Unbehandelt kann sie chronisch werden oder auf das Mittelohr übergreifen.

P

Parvovirose

Parvovirose ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Welpen und junge Hunde befällt. Das Virus greift die schnell teilenden Zellen im Darm und im Knochenmark an. Symptome sind plötzliches, starkes Erbrechen, blutiger Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit und starke Dehydration. Die Krankheit ist oft tödlich, wenn sie nicht schnell und intensiv behandelt wird. Eine Impfung ist der beste Schutz und gehört zu den Core-Impfungen. Übertragung erfolgt über Kot infizierter Tiere.

Patellaluxation

Die Patellaluxation ist eine Erkrankung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung im Oberschenkelknochen springt. Dies kann angeboren sein, oft bei kleinen Hunderassen, oder durch ein Trauma verursacht werden. Symptome sind plötzliches Hinken, das oft nach einigen Schritten wieder verschwindet, oder eine dauerhafte Lahmheit. Die Schweregrade variieren. Eine chirurgische Korrektur ist oft notwendig, um Schmerzen zu lindern und die Entwicklung von Arthrose zu verhindern. Physiotherapie kann unterstützend wirken.

Piroplasmose

Piroplasmose, auch Babesiose oder Hundemalaria genannt, ist eine durch Zecken übertragene parasitäre Krankheit. Der Erreger, ein Einzeller (Babesia), befällt die roten Blutkörperchen und zerstört sie. Symptome sind hohes Fieber, Lethargie, blasse Schleimhäute, Gelbsucht und rötlich-brauner Urin. Die Krankheit kann schnell lebensbedrohlich werden. Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind entscheidend. Eine Zeckenprophylaxe ist der beste Schutz. In Risikogebieten ist eine Impfung sinnvoll.

Pyometra

Die Pyometra ist eine eitrige Gebärmutterentzündung, die bei unkastrierten Hündinnen auftritt, meist einige Wochen nach der Läufigkeit. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall. Symptome können Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit, vermehrter Durst und Harnabsatz sein. Bei einer offenen Pyometra ist eitriger Ausfluss aus der Scheide sichtbar; bei einer geschlossenen Form staut sich der Eiter in der Gebärmutter, was lebensbedrohlich ist. Die Behandlung besteht in der Regel in einer Not-Operation zur Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke.

R

Räude

Räude ist eine Hautkrankheit, die durch verschiedene Arten von Milben verursacht wird. Die bekanntesten Formen sind die Sarcoptes-Räude (Grabmilben) und die Demodex-Räude (Haarbalgmilben). Symptome sind starker Juckreiz, Rötung, Krustenbildung, Haarausfall und Verdickung der Haut. Sarcoptes-Räude ist hoch ansteckend und kann auch auf den Menschen übergehen. Die Diagnose erfolgt durch Hautgeschabsel. Die Behandlung erfordert spezielle Medikamente, die die Milben abtöten. Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, um eine Ausbreitung zu verhindern.

S

Staupe

Staupe ist eine schwere, hoch ansteckende Viruserkrankung bei Hunden, verursacht durch das Canine Staupevirus. Sie betrifft Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem. Symptome sind Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall und neurologische Ausfälle. Die Krankheit ist oft tödlich, besonders bei Welpen. Eine Impfung ist der effektivste Schutz und gehört zu den Core-Impfungen. Der Name Distemper wird im Englischen verwendet. Die Übertragung erfolgt meist über direkten Kontakt mit infizierten Tieren.

T

Tollwut

Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung, die das zentrale Nervensystem befällt und bei Hunden – und allen Säugetieren, einschließlich des Menschen – immer zum Tod führt. Die Übertragung erfolgt meist durch den Speichel infizierter Tiere, typischerweise durch Bisse. Symptome sind Verhaltensänderungen, Aggressivität, Lähmungen und Schaum vor dem Maul. Eine wirksame Behandlung gibt es nicht. Eine Impfung ist der einzige Schutz und in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, besonders bei Reisen. Deutschland gilt als tollwutfrei.

Trachealkollaps

Ein Trachealkollaps ist eine Erkrankung, bei der die Luftröhre (Trachea) des Hundes in sich zusammenfällt, was die Atmung erschwert. Dies ist oft bei kleinen Hunderassen angeboren oder altersbedingt. Symptome sind ein trockener, bellender Husten, der sich bei Aufregung oder Anstrengung verschlimmert, sowie Atemnot. Die Diagnose erfolgt durch Röntgen oder Endoskopie. Behandlungsmöglichkeiten reichen von Medikamenten zur Erweiterung der Atemwege bis hin zu chirurgischen Eingriffen, um die Luftröhre zu stabilisieren. Übergewicht verschlimmert die Symptome.

W

Wärmschlag

Ein Wärmschlag ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der entsteht, wenn der Hundekörper seine Temperatur nicht mehr regulieren kann und überhitzt. Dies geschieht oft in überhitzten Autos, bei starker körperlicher Anstrengung in der Hitze oder bei unzureichender Wasserzufuhr. Symptome sind starkes Hecheln, Taumeln, Erbrechen, dunkle Schleimhäute und Bewusstlosigkeit. Sofortige Kühlmaßnahmen und tierärztliche Hilfe sind unerlässlich. Ein Wärmschlag kann zu Organversagen und Tod führen. Vorbeugung ist entscheidend: Hunde nie im Auto lassen, immer Wasser anbieten.

Würmer

Würmer sind Endoparasiten, die den Darm oder andere Organe des Hundes befallen können. Die häufigsten Arten sind Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer. Sie können Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Blutarmut und bei starkem Befall sogar einen Darmverschluss verursachen. Welpen sind besonders anfällig. Eine regelmäßige Entwurmung mit einem Anthelminthikum und Kotuntersuchungen sind wichtig, um einen Befall zu kontrollieren und die Gesundheit des Hundes zu schützen. Manche Würmer sind auch auf den Menschen übertragbar.

Z

Zahnbelag

Zahnbelag, auch Plaque genannt, ist ein weicher, klebriger Film aus Bakterien, Speiseresten und Speichel, der sich auf den Zähnen des Hundes bildet. Wird er nicht regelmäßig entfernt, mineralisiert er zu Zahnstein. Zahnbelag und Zahnstein sind die Hauptursachen für Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis, die zu Schmerzen, Zahnverlust und sogar systemischen Erkrankungen führen können. Regelmäßiges Zähneputzen und professionelle Zahnreinigungen sind entscheidend für die Zahngesundheit des Hundes.

Ü

Übergewicht

Übergewicht bei Hunden ist ein Zustand, bei dem das Körpergewicht deutlich über dem Idealbereich liegt. Es entsteht meist durch eine zu hohe Kalorienzufuhr und mangelnde Bewegung. Übergewicht kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen, darunter Arthrose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine verkürzte Lebenserwartung. Eine Gewichtsreduktion durch eine angepasste Diät und regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Gesundheit des Hundes. Ein Tierarzt kann bei der Erstellung eines Diätplans helfen.

Glossar mit 40 Fachbegriffen · Doggy Doc